Samstag, 7. März 2015

...Detox

Vor fast 9 Monaten habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Seitdem trinke ich auch kaum noch Kaffee und wenig Alkohol. Einzig der Süßigkeitenkonsum ist nicht zurückgegangen, wenn nicht sogar gestiegen - zumindest zeitweise. Dafür habe ich dann etwas weniger Obst und Gemüse gegessen und auch weniger Wasser getrunken. Ich finde Naschen ja absolut legitim und bin weit davon entfernt, es mir abzugewöhnen, aber zumindest ein wenig einschränken möchte ich mich dann doch und halt stattdessen mehr trinken und Obst und Gemüse essen.

Da ich, wie Ihr sicher schon gemerkt habt, momentan im Experimentiermodus bin, habe ich mir überlegt zum Start einfach mal Detox auszuprobieren. Also habe ich ein wenig recherchiert und mich letztendlich für das 14 Tage-Programm der Zeitschrift freundin entschieden. Den Plan habe ich dann etwas umgeschrieben, d.h. ich hab Gurken ganz und Äpfel fast ganz rausgestrichen und durch Lebensmittel ersetzt, die ich besser vertrage bzw. lieber mag. Außerdem habe ich mir überlegt, auch das Salz ganz wegzulassen, da dies in vielen anderen Detoxprogrammen so getan wird.

Meine Einkäufe
Am Vorabend habe ich dann erstmal voller Ehrgeiz Gemüsebrühe gekocht, ohne Salz versteht sich. Leider habe ich es auch noch mehreren Stunden Köchelns nicht geschafft, irgendwie Geschmack an die Brühe zu kriegen und so habe ich sie über Nacht ziehen lassen. Auch am nächsten Morgen war es nicht viel besser. So kam ich auf die glorreiche Idee, für die heutige Gärtnersuppe statt Salz einfach Asafoetida, auch Teufelsdreck genannt, zu verwenden, der mir in der ayurvedischen Küche eh zu Kohlgerichten empfohlen wird und angeblich nur unerträglich riecht, aber sehr gut schmeckt. Anstatt bei einer Portion zu testen, habe ich natürlich die komplette Tagesration gewürzt, und was soll ich sagen, es schmeckte scheußlich. Nach zwei Tellern Suppe habe ich beschlossen, mich doch an die Rezepte zu halten und mit Salz zu würzen. So schädlich wird es schon nicht sein. Zum Glück gab es an Tag 1 neben der misslungenen Suppe lecker Erdbeersaft. Der hat meinen Tag gerettet.

Ab Tag 2 habe ich das Experimentieren dann sein lassen und ab da waren die Rezepte ganz lecker. Mit Salz hab ich mich etwas zurückgehalten, aber weggelassen habe ich es nicht mehr. Tag 2 war auch gleichzeitig der letzte Tag, an dem es nur Suppe und Saft gab. Was habe ich mich auf den nächsten Tag gefreut. Ab da gab es nämlich 3 Mahlzeiten und zweimal Snacks.

Pastinaken-Möhren-Suppe
Da ich die Rezepte schon  vorab auf meinen Geschmack angepasst und moderat gesalzen habe, waren die Gerichte dann auch weitestgehend ganz lecker. Eine Erkenntnis habe ich allerdings noch für mich gewonnen. 10 g Ingwer für eine Portion sind mir persönlich zu viel, aber das ist -wie eigentlich alles- Geschmacksache. Bei der ersten Suppe, die Ingwer enthielt, habe ich mich an das Rezept gehalten und 10 g verwendet. Ich habe dann versucht, den Geschmack einfach mit mehr Kreuzkümmel zu übertünchen. Keine gute Idee. Für alle weiteren Ingwer enthaltenden Rezepte habe ich dann einfach nur 5 g verwendet. Ich denke, das ist die richtige Menge für mich persönlich. Generell bin ich der Typ, der sich beim ersten Ausprobieren gerne an Rezepte hält, um auch beurteilen zu können, wie sie sind. Selbst wenn ich stutze und denke, das kann nicht schmecken bzw. funktionieren, vertraue ich immer erstmal und denke dann später "Hab ich's doch gewusst". Bisschen doof, aber jeder hat so seine Marotten.

Tomaten-Paprika-Suppe
Nach neun Tagen fast ausschließlich Obst und Gemüse durfte ich dann wieder Milchprodukte, Getreide, Fisch und Fleisch essen, wobei ich letzteres schon seit 20 Jahren nicht mehr esse und wohl auch nicht mehr damit anfange. Ich muss ehrlich sagen, das war lecker, aber wenn es noch ein paar Tage gedauert hätte, wäre auch ok gewesen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich auch nicht mehr so wirklich an den Plan gehalten, zumal ich am zweiten Aufbautag Besuch hatte und diesen indisch bekocht habe. Am nächsten Tag gab es erstmal Reste statt Essen nach Plan und in den nächsten Tagen immer Mangolassi statt der vorgegebenen Snacks. Am letzten Tag habe ich dann auch für den folgenden Tag gebacken. Vielleicht gibt es ja Menschen, die backen können ohne zu naschen. Ich kann es jedenfalls nicht.

Kartoffel-Radieschen-Salat
Entsprechend kann ich auch kein lupenreines Fazit ziehen, da ich mich ja nicht wirklich an den Plan gehalten habe. Zwischenzeitlich hat die Waage mal 1,5 kg weniger angezeigt, am Ende der 14 Tage 1 kg. Sonstige Veränderungen habe ich auch nicht wahrgenommen. Aber mir war es ja vor allem wichtig, mal zwei Wochen keine Süßigkeiten zu essen, mehr zu trinken und regelmäßig Obst und Gemüse zu mir zu nehmen. All dies ist mir weitestgehend gelungen, wenn man von den Desserts am indischen Abend und dem Mangolassi absieht. Außerdem habe ich mein Repertoire an Gemüserezepten, die sich innerhalb einer halben Stunde zubereiten lassen (mehr Zeit investiere ich für gewöhnlich nicht, wenn ich nur für mich koche), erweitert. Mal schauen, welche dauerhaft auf den Tisch kommen und welche guten Gewohnheiten sich etwas länger halten.

Rote-Bete-Apfel-Salat
Ich hab mir jedenfalls vorgenommen, jetzt jedes Jahr eine solche Aktion zu starten. Einfach nur, um den alten Mustern zu entfliehen.

Euch allen ein schönes Wochenende!

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